Motorklopfen

Aus 3000GT
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Was ist Motorklopfen, und warum es schädlich ist

Unter Motorklopfen versteht man unkontrollierte Verbrennung oder sogar "Explosion" des Gemisches im Brennraum eines oder mehrerer Zylinder, während sich der Kolben noch mitten in der Aufwärtsbewegung befindet. Dies kann sowohl bei hoher Drehzahl und Last, aber auch bei niedriger Drehzahl und hoher Last vorkommen (untertouriges Fahren).

Ursachen dafür können sein:

  • Zu früher Zündfunken (zu viel "Vorzündung", Abstimmungsfehler)
  • Hotspots im Brennraum, dadurch Selbstzündug vor Zündfunken
  • Brennraum-Temperatur generell zu hoch
  • Zu mageres Gemisch (AFR zu hoch, mageres Gemisch zündet leichter - am liebsten von alleine)
  • Falscher/schlechter Sprit (zu geringe Oktanzahl, Oktanzahl ist ein Maß für die Klopffestigkeit)

Beim Tuning muss man unbedingt Klopfen verhindern, da es in kürzester Zeit zur Zerstörung des Motors führt.

Klopfen kann durch einen Klopfsensor erkannt werden. Dieser ist entweder fest am Motor verbaut und wird von der ECU ausgewertet, oder er wird beim Abstimmen auf dem Leistungsprüfstand temporär am Motor befestigt. Der Serien-Klopfsensor des 3000GT ist von guter Qualität und funktioniert über den gesamten Drehzahl-Bereich. Sein Signal wird auch von Aftermarket-Steuergeräten (z.B. AEM EMS2) ausgewertet.

Erkennt die ECU Klopfen, reagiert sie wie folgt:

  1. Das Gemisch wird angefettet (fettes Gemisch brennt schlechter, und der zus. Sprit kühlt den Brennraum).
  2. Der Zündzeitpunkt wird später gesetzt.
  3. Der Ladedruck wird reduziert (nur OEM ECU, nicht AEM EMS2).

Dies funktioniert aber nur in Grenzen, d.h. die Grundabstimmung muss schon so gestaltet sein, dass Zündzeitpunkt und Gemisch (AFR-Wert) unter üblichen Betriebsbedingungen unkritisch sind. Der Eingriff der ECU soll nur eine Notfall-Maßnahme sein.