Turbolader-Upgrade

Aus 3000GT
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Grössere Turbolader für mehr Leistung?

Was bedeutet konkret "Mehr Leistung"? Es wird zwar immer von PS geredet, aber entscheidend für das Verhalten des Fahrzeugs und den Fahrspass ist das Drehmoment. Dieses soll sich bitte möglichst gleichmäßig entfalten, und es soll über einen großen Bereich des Drehzahlbandes verfügbar sein. "Grosse" Turbos sind oft langsam (d.h. das Drehmoment entfaltet sich mit Verzögerung, Turboloch oder Lag), und sie wirken überhaupt nur in einem schmalen Drehzahlband z.B. von 3500 bis 7000 U/min. Glaubt mir, das braucht man nur in Ausnahmefällen.

Die Serien-Lader starten i.d.R. bei ca. 2500 U/min merkbar, und geben bei 5000...6000 U/min wieder nach. Man kann das ohne Turbo-Upgrade verbessern, z.B. durch Entfernen der Vorkats, eine weniger restriktive Abgasanlage und ein leichteres Schwungrad. Siehe dazu die leichteren Tuningmassnahmen bis ca. 400 PS.

Hier heisst das Ziel aber "Deutlich mehr Drehmoment bis oben raus, mit möglichst wenig Turbo-Lag".

Warnung: Die hier beschriebenen Maßnahmen lassen die Betriebserlaubnis verdampfen, wenn keine
Abnahme und Eintragung erfolgen. Gefälligkeitseintragungen haben oft keinen Bestand, weil die
Ämter solche Änderungen gegen die für das Fahrzeug verfügbaren technischen Gutachten vergleichen,
und wenn nichts vergleichbares vorliegt, wird die Betriebserlaubnis per Post entzogen!
Warnung 2: Ab 40% Mehrleistung wird die Eintragung richtig teuer bis unmöglich. Wer also hier
weitermacht statt das OTTEC-GT Paket zu kaufen, handelt auf eigene Verantwortung.

Was brauchen wir für mehr Drehmoment und mehr Spass?

Restriktionen im Motor

Egal was wird dranbauen, der Motor darf nicht klopfen, und die Abgastemperatur darf 950°C i.d.R. nicht übersteigen. Beide Restriktionen betreffen hauptsächlich die Brennraum-Temperatur und hängen von folgenden Einflüssen ab:

  • Temperatur der eintretenden Ladeluft (-> Ladeluftkühler, WAES)
  • Effizienz und Geschwindigkeit der Verbrennung (-> Zündzeitpunkt, Fuelmap)
  • Kühlung der Zylinder und des Motorblockes (-> Wasserkühler, Ölkühler)
  • Individuelle Eigenschaften des Brennraums (Ablagerungen, Grate etc.) beeinflussen die Klopfneigung
  • Hochoktaniger Sprit reduziert die Klopfneigung
  • Fetteres Gemisch brennt langsamer und weniger heiss
  • Mageres Gemisch führt zu Magerlaufschäden und vor allem zu Motor-Klopfen
  • Frühe Zündung führt zu mehr Drehmoment und niedrigeren Abgastemperaturen
  • Frühe Zündung fördert Motor-Klopfen
  • Späte Zündung erhöht die Abgastemperaturen
  • (...???...)

Es kommt hier also vor allem auf die Kühlung der Ladung und auf die Motorabstimmung an, und das ist ein ziemlich individuelles Optimierungsproblem je nach Motor, Zielen und weiteren Komponenten.

Umbaumaßnahmen

Der Serienmotor erträgt mechanisch bis zu etwa 600PS / 800Nm Leistung/Drehmoment, ohne dass man die Innereien ändern müsste. Nutzt man das dann für Kavalierstarts und Dragrennen, braucht man bald eine neeue Kupplung und/oder neue Getriebe, aber das ist hier nicht das Thema.

Was benötigt man also für ein 600PS Turbolader-Upgrade typischerweise (ohne Vollständigkeits-Garantie):

  • Alles was man für ein 400PS Upgrade auch schon gebraucht hat (insbesondere Abgasanlage ohne Vorkats, Benzinpumpen-Upgrade, Benzindruck-Regler), plus:
  • Neue Turbolader (maximal TD04-19T, gerne genommen werden auch TD04-15G).
  • Leistungsfähigere Ladeluftkühler (SMIC, von FMIC ist abzuraten).
  • Erweiterte / geänderte Ladeluftkühler-Verrohrung.
  • Zündverstärker (HKS DLI2).
  • Noch kältere Kerzen.
  • Einspritzdüsen mit ausreichendem Durchsatz (z.B. 750cc).
  • Abgastemperatur-Sonden (K-Type).
  • Breitband-Lambda-Sonden (falls noch nicht vorhanden).
  • Nicht zwingend erforderlich, aber die beste Lösung: AEM EMS2 Steuergerät, siehe Umrüst-Anleitung in diesem Wiki.
  • Vermutlich nötig: Ein WAES Paket.


Um das Maximum aus den neuen großen Turbos herauszuholen, empfiehlt sich z.B. die Umrüstung auf AEM EMS2.